La Clemenza di Tito

von Pietro Metastasio und Wolfgang Amadeus Mozart


11. und 12. Mai 2016

Das Institut für Gesang und Musiktheater präsentiert "La Clemenza di Tito" von Pietro Metastasio und Wolfgang Amadeus Mozart.


Besetzung 11. Mai 2016

  • Titus: Saeyong Park
  • Vitellia: Marta Nowicka
  • Sextus: Agnes Thorsteinsdottir
  • Servilia: Shuang Shi
  • Annius: Tina Drole
  • Publius: Leo Kim


Besetzung 12. Mai 2016

  • Titus: Changyun Jeong
  • Vitellia: Raquel Paulo / Hiromi Takeshita
  • Sextus: Nefeli Kotseli
  • Servilia: Da-Yung Cho
  • Annius: Laura Rieger
  • Publius: Lukas Barak


Mitwirkende

  • Musikalische Leitung: Peter Marschik
  • Regie: Beverly Blankenship
  • Bühne: Sophia Profanter
  • Kostüme: Gerti Rindler Schantl
  • mdw Chamber Orchestra
     


Über die Oper

Titus und seine Feldherren kehren aus dem Zweiten Jüdischen Krieg nach Rom zurück. Unendlich reich an Beute und von Blut triefend. Über eine Million Juden sind getötet worden, der Rest in Sklaverei verkauft. Wer nicht als Sklave verkauft werden konnte, wurde noch am Markt getötet und in die Grube geworfen. Auch der Erlös des Sklavenhandels floss in die Kassen des Titus. Wovon träumt er jetzt, zurückgekehrt nach Rom, zum Kaiser gekrönt? Von den Tausenden auf sein Geheiß Gekreuzigten vor den Mauern des belagerten Jerusalems, die die Belagerten durch ihre Schmerzensschreie zur Kapitulation zwingen sollten?

Wir wissen nicht warum, aber Titus als Kaiser will nicht mehr morden. Er setzt auf Milde. Er hofft auf Vergebung, er vergibt. Er wagt CLEMENZA. Ein Experiment, das wohl scheitern musste. Zu Viele in seiner Umgebung wollen, was er hat – die Kaiserkrone. In einem Strudel aus Machtgier, Rebellion und Verrat hält Titus an seinen Wunsch nach CLEMENZA fest. Lieber die Krone verlieren, als wieder zum Schwert greifen.

Diese Sehnsucht macht Titus zu einem von uns. Auch wir sehnen uns nach Erlösung vom blutigen Tagesgeschäft. Titus hat sein Experiment gewagt. Milde in blutigen Zeiten. Rom war nicht bereit dafür. Und wir?

Text: Beverly Blankenship


Mozarts letztes Opernwerk

Am Ende seines Opernschaffens wendet sich Mozart für ein Auftragswerk noch einmal der Opera Seria zu: La Clemenza di Tito ist seine Iphigenie, seine Maria Stuart. Es ist bemerkenswert, wie es ihm gelingt, diese Geschichte, in der es um alle Arten menschlicher Unordnung wie Verrat oder sexuelle Hörigkeit geht, in der perfekten Symmetrie einer klassischen Architektur zu erzählen.

Auffallend ist der Verzicht auf harmonische und dynamische Reizmittel, selbst die Melodik ist ausgesprochen zurückhaltend, alles ist der vollkommenen Form untergeordnet. Sie steht einwandfrei und für die Ewigkeit da – dauerhafter als das römische Forum!

Text: Peter Marschik